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Essen und Trinken
Benedikt geht in seiner Regel auf das Maß der Speisen und Getränke recht detailliert ein. Er zeigt damit, dass dies bereits zu seiner Zeit ein Thema war. Es menschelte auch damals in den Klöstern. Und auch zu Zeiten Benedikts waren nicht alle Mitglieder eines Konvents so diszipliniert, dass sie das rechte Maß von Speise und Trank für sich persönlich erkannten. „Nach unserer Meinung dürften für die tägliche Hauptmahlzeit, ob zur sechsten oder neunten Stunde, für jeden Tisch mit Rücksicht auf die Schwäche einzelner zwei gekochte Speisen genügen... Gibt es Obst oder frisches Gemüse, reiche man es zusätzlich“(Benediktsregel 39,1.3 ). Benedikts Vorgaben sind sehr weitsichtig. Er erwartete nicht, dass jeder alles mögen oder vertragen würde, und bot zwei Speisen zur Auswahl an. Zusätzlich gab es noch Brot zum Essen. Diese weiteren Kohlehydrate waren besonders sinnvoll zur Stärkung derjenigen Ordensleute, die körperlich arbeiten mussten. Als Beilage gab es frisches Gemüse und zum Nachtisch Obst – wenn der Klostergarten Entsprechendes zu bieten hatte. Benedikt warnt vor Übersättigung: „Doch muss vor allem Unmäßigkeit vermieden werden; und nie darf sich bei einem Mönch Übersättigung einschleichen.“ (Benediktsregel 39,7 ). Dem Ordensvater war klar, dass seine Mitbrüder dann träge und unbeweglich werden würden. Produkte, die den Körper zu sehr belasten, sollten nicht auf den Tisch: „Auf das Fleisch vierfüßiger Tiere sollen alle verzichten, außer die ganz Schwachen.“ Produktion und Vertrieb von Lebensmitteln machen es in unserer Gesellschaft möglich, fast überall alles zu essen: Kirschen im Winter, Erdbeeren im Frühjahr, Spargel zu Weihnachten, Maroni an Ostern. Die Frage ist, ob diese ständige Verfügbarkeit auf Dauer ihren Reiz behält oder nicht mit einem Verlust an Lebensqualität einhergeht: Erdbeeren im Sommer waren ein Genuss. Man bekam sie nur zeitlich begrenzt, dafür schätzte man sie sehr. Was dagegen alltäglich wird, verliert seinen Wert. In diesem Sinne sollte man das benediktinische Ernährungsprinzip einmal genau unter die Lupe nehmen. Es ist 1500 Jahre alt, aber noch topaktuell. Seine wichtigsten Elemente werden heute wieder als zeitgemäße Erkenntnisse propagiert. Sie zeigen, wie man sich maßvoll ernähren kann, ohne den Körper zu sehr zu belasten:
Die Ernährungsregeln Benedikts sind auch für uns heute problemlos und mit Gewinn umzusetzen:
- Essen Sie im rechten Maß, aber regelmäßig.
- Essen Sie dreimal täglich, aber immer zur gleichen Zeit.
- Nehmen Sie die letzte Mahlzeit vor 19 Uhr ein, um dem Magen vor dem Schlafengehen genügend Zeit zur Verdauung zu geben.
- Verwenden Sie regionale Produkte.
- Essen Sie das, was die Saison Ihnen gerade bietet.
- Vermeiden Sie übermäßigen Fleischgenuss.
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